Feuerwehr im Umweltschutz
Informationen über die Sondereinsatzgruppe (SEG) Gefahrgut innerhalb
der Feuerwehr Wetter (Ruhr)
Informationen zum Vollschutzeinsatz
Informationen zum Gerätewagen Gefahrgut
Die Mitglieder der Gefahrgutgruppe
Bilder vom Gerätewagen Gefahrgut
Gerätewagen Gefahrgut wird übergeben
Informationen zur SEG Gefahrgut
Seit einigen Jahren gibt es bei der Feuerwehr Wetter (Ruhr) eine
Sonder-Einsatzgruppe "Gefährliche Stoffe und Güter" (GSG-Gruppe).
Diese Gruppe wurde eingerichtet, um den immer mehr zunehmenden Gefahren
durch Unfälle mit Gefahrstoffen gewachsen zu sein. Täglich werden
auch durch unser Stadtgebiet Tonnen von Gefahrstoffen transportiert.
Zu erwähnen sei hier neben dem Güterverkehr auf der Bahnstrecke
Witten-Hagen, der auch immer größer werdende Anteil am Transport per
LKW. In den fünf ausgewiesenen Gewerbegebieten der Stadt Wetter (Ruhr)
wird eine ganze Reihe von gefährlichen Stoffen für die Produktion
vorgehalten oder zwischengelagert.
Wie aktuell das Thema Unfälle mit Gefahrgut ist zeigt die folgende Aufstellung
der Unfälle in unserer Stadt:
26.11.2005 Die Feuerwehren des Ennepe-Ruhr Kreises sind seit Stunden im Einsatz gegen
das Schneechaos auf der Autobahn und im Stadtgebiet. Der Schwerlastverkehr
wird durch die Polizei von der BAB 1 in Hagen abgeleitet. Ein LKW bleibt in
der Kurve am Demag Verwaltungsgebäude stehen. Der portugiesische Fahrer
hat im Rückspiegel gesehen wie sich die Tür vom Laderaum geöffnet hat. Die
Ladung bestehend aus 22 Tonne Calciumchloride in 16 Containern hat sich
verschoben. Einer dieser Container droht auf die Straße zu fallen. Die Polizisten
vor Ort können den Stoff anhand der Ladepapiere nicht eindeutig identifizieren.
Der Leiter der GSG Gruppe wird von der Polizei zu Einsatzstelle geholt. Die
Ladung kann mit viel Aufwand erneut gesichert werden, der LKW wir von
der Polizei stillgelegt. Das Fahrzeug war für den Transport nicht geeignet.
05.08.2005 Die Polizei meldet den Fund von zwei blauen „Kunststofffässern mit
Gefahrgutaufklebern an der Heile in Wetter Esborn“. Die
Polizei ruft die
Einsatzgruppe GSG zur Unterstützung. Schnell wir klar
das es sich um
leere Fässer handelt, von dehnen keine Gefahr mehr
ausgeht. Die
Löschgruppen Esborn und Wengern sind zusammen mit der
Gefahrgutgruppe ca. eine Stunde im Einsatz.
25.05.2005
Die Autobahn Polizei entdeckt auf der BAB 1 einen kroatischen LKW der
Flüssigkeit von der Ladefläche verliert. An der
Anschussstelle Vogelsang
wird das Fahrzeug von der Autobahn gelotst. Im nahen
Industriegebiet
Altenhofer Weg kommt der Sattelzug zum stehen. Immer
mehr ölige
Flüssigkeit läuft nun vom Fahrzeug, eine geladene
Maschine verliert
große Mengen Öl. Die Löschgruppen Grundschöttel und
Volmarstein
werden von der GSG-Gruppe beim auffangen und abdichten
unterstützt.
Nach ca. vier Stunden ist der Einsatz kurz vor
Mitternacht beendet.
12.08.2004
Ein Tanklastzug verliert mehrere hundert Liter Benzin bei der
Anlieferung an der Tankstelle in der Vogelsanger Straße in
Grundschöttel.
Der Fahrer des Tankzuges hatte beim befüllen der
Lagertanks einen
Anschluss vertauscht. Das ausgelaufene Benzin verteilte
sich über die
gesamte Tankstelle und wurde im Ölabscheider
aufgefangen.
Während des Einsatzes herrschte Explosionsgefahr auf dem
Gelände. Die Feuerwehr stellte sicher, dass es nicht zur Zündung einer
Explosion kam. Einsatzzeit: vier Stunden.
08.05.2004 Einsatz bei
der Firma Kleinkorres in Wengern. Mit dem undramatischen
Einsatzstichwort „Läuft unbekannte Flüssigkeit aus
Garagentor“
alarmierte die Kreisleitstelle die Löschgruppe Wengern
am Samstag morgen.
Starke Regenfälle in der Nacht und den letzten Tagen
hatten das
Flachdach zum Einsturz gebracht. Die Wassermassen liefen
in die
darunter gelegenen Galvanikbäder und mischten sich mit
allerlei
Chemikalien. Dieses Gemisch lief auf die Straße
und in die Gullys. Die
GSG Gruppe und die zusätzlich alarmierte Löschgruppe
Esborn waren
mehr als acht Stunden mit dem auffangen des Gemisch aus
Chemikalien
und Wasser beschäftigt.
13.05.2002 Auf einem Stückgut LKW kippt ein schlecht gesichertes Fass mit einem
Vorprodukt für die Kosmetikindustrie um. 140 Liter ergießen sich auf
die Albringhauser Straße im Bereich der Einmündung Am Hilligloh.
Während des Feuerwehreinsatzes der Löschgruppen Esborn und Wengern
stellt sich heraus dass es sich um eine Wassergefährdende Substanz
handelt. Mit Unterstützung der GSG Gruppe wird der Gefahrstoff
aufgenommen und die Straße gereinigt. Nach mehr als neun Stunden
kann der Einsatz beendet werden.
27.09.2001 Brand einer Halle auf dem Gelände der Edelstahl Zieherei Mark in
Wetter-Wengern. Durch einen technischen Defekt an einem
Gabelstapler kommt es zu dem bislang größtem Feuer im Stadtgebiet.
Insgesamt werden 7000 m² vom Feuer vernichtet. Schwerpunkt
neben der Brandbekämpfung war die Reduzierung der Gefahren durch
gefährliche Stoffe. In den betroffenen Hallen befanden sich unter anderem
größere Mengen Salzsäure, Natrium Hydroxid und Kaliumpergamagnat.
Der Einsatz dauerte 63 Stunden! Es waren 344 Einsatzkräfte beteiligt.
10.10.2000 LKW verliert unbekannte Flüssigkeit auf der Albringhauser Straße
in Wetter - Esborn.
Nachdem durch die Löschgruppen Esborn und Wengern sowie
der GSG Gruppe erste Maßnahmen der Einsatzstellensicherung
und Auffangen der Flüssigkeit getroffen worden sind, schließt sich
ein insgesamt achtstündiger Einsatz an. Die Werksfeuerwehr der
BASF Ludwigshafen kommt zur Einsatzstelle um beim umfüllen des
Gefahrgutes zu unterstützen.
09.07.1997 Bei der Firma. Zeschky in Wetter Grundschöttel kommt
es zu einem Feuer in der Neutralisationsanlage. Durch schnelles
eingreifen der Mitarbeiter und der Feuerwehr kann die
Produktionsstätte gerettet werden.
Durch die im Keller des Gebäudes gelagerten Chemikalien
kommt es zu einem der größten GSG-Einsätze im
Stadtgebiet Wetter (Ruhr). Mit Unterstützung aus den
Nachbarstädten und des Ennepe-Ruhr Kreis kann der
Einsatz nach 10 Stunden erfolgreich beendet werden.
Aufgabe der Einsatzgruppe Gefährliche Stoffe und Güter (GSG) ist es, die
besonderen einsatztaktische Maßnahmen bei einem Gefahrgut Unfall zu üben
und im Einsatzfall anzuwenden. Die Einsatzgruppe unterstützt dabei die
Löschgruppen der Freiwilligen Feuerwehr vor Ort. Die Zusatzausbildung der
Mitglieder (alle verrichten diesen Dienst zusätzlich zu ihrer Mitgliedschaft
in den Löschgruppen) schafft ein hohes Maß an Spezialisierung dieser
Einsatzgruppe. Die Verwendung der Sondergeräten die auf dem
Gefahrgut LKW (GWG 2) untergebracht ist, soll sicherstellen das
auch bei schwierigen Einsatzlagen und aggressiven Gefahrstoffen ein
Einsatzerfolg sichergestellt ist.
Die zurzeit aus zwölf Feuerwehrleuten bestehende GSG Gruppe kann nur zur
Unterstützung der Löschgruppen tätig werden. Besonders wichtig ist es
deshalb das auch in allen Einheiten der Freiwilligen Feuerwehr einige
Mitglieder eine Sonderausbildung in Gefahrstoffunfällen haben. In der
Feuerwehr Wetter haben insgesamt 50 Personen eine solche
Ausbildung. (GSG I). Diese Ausbildung (GSG I) beinhaltet 35 Stunden
theoretisch und praktischen Unterricht auf Kreisebene. Die
jährliche Fortbildung wird dann innerhalb der Freiwilligen Feuerwehr der
Stadt Wetter (Ruhr) durchgeführt.